Alter Waldstätter Bahnhof

Die Geschichte über den zuglosen Bahnhof.

Das alte Waldstätter Bahnhofgebäude war von 1875 bis 1925 in Betrieb. Nachdem die Ortskorporation von Waldstatt 1923 einem Neubau des Bahn- und Postgebäudes zustimmte, musste der einfache Holzbau einem Neubau weichen. Ulrich Nabulon, seines Zeichens Holzhändler und Landwirt aus Urnäsch, kaufte  daraufhin den altehrwürdigen Bahnhof, demontierte ihn und transportierte ihn in Einzelteilen mit Ross und Wagen ins Bettenloch nach Urnäsch, wo er ihn wieder aufrichten liess. Fortan diente der Bau als Unterkunft für seine Holzarbeiter und deren Pferde. Als der Holzfäller-Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden musste, diente das Gebäude noch einige Jahre im Sommer als Stall für Jungvieh.


Seit 1972 ist der Alte Waldstätter Bahnhof im Besitz des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Lange Zeit stand das Gebäude kaum beachtet im Bettenloch (Gemeinde Urnäsch) und zerfiel immer mehr.

Dass dem ehemaligen Bahnhof wieder neues Leben eingehaucht wurde, ist der «Aktion Bettenloch» zu verdanken, während welcher das alte Bauwerk  mit viel Engagement und dem grossen Einsatz von Freiwilligen wieder hergerichtet wurde. So steht er noch heute hinten im Bettenloch, etwas einsam und ganz ohne Schienen, erstrahlt aber seit 2001 in neuem Glanz und ist nach wie vor mit der Original-Stationstafel «Waldstatt» beschriftet.

Der Bahnhof ist zwar ohne Zugverbindung, aber trotzdem für jedermann zugänglich. Wie es sich für ein «Kulturobjekt» gehört, werden die Besucherinnen und Besucher gebeten, dem Gebäude und der Natur mit Respekt zu begegnen. Damit auch die späteren Generationen diese doch nicht alltägliche, kuriose Geschichte erleben können.

Eine lose Gemeinschaft von Waldstätter Senioren, genannt «Bettenlochschuppel», sorgt unentgeltlich für dessen Erhaltung, erledigt Umgebungsarbeiten und stellt Brennholz bereit. Auch einige Mitglieder des Waldstätter Turnvereins genannt «VsW» packen bei Bedarf tatkräftig mit an.

Der Weg führt von Steinfluh zur Alp Gross Gerstengschwend und weiter ins Bettenloch. Der Alte Bahnhof befindet sich mitten im eidgenössischen Jagdbanngebiet sowie in der Wildruhezone.

Der alte Bahnhof von Waldstatt ist ein ganz eindrückliches Erlebnis für jeden Wanderfreund.

Anlaufstelle
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Hüttenwart
Walter Tanner
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